Das sozia­le Netz­werk Myspace hat bei einem Ser­ver­um­zug aus Ver­se­hen mehr als 50 Mil­lio­nen Fotos, Vide­os und Musik­stücke unwie­der­bring­lich gelöscht.

Immer wie­der war­nen Exper­ten davor, dass das Inter­net nichts ver­gisst. Wenn der hoch­se­riö­se Arbeit­ge­ber einen beim Bewer­bungs­ge­spräch plötz­lich auf die Voll­rausch­fo­tos aus dem Strip­club beim Jung­ge­sel­len­ab­schied abspricht, kann das mehr als pein­lich sein. Aber auch der umge­kehr­te Fall ist nicht immer unbe­dingt ange­nehm, wie jetzt eine gigan­ti­sche Pan­ne beim sozia­len Netz­werk Myspace zeigt. Bei einem Umzug auf neue Ser­ver wur­den über 50 Mil­lio­nen alte Datei­en ver­se­hent­lich so kor­rum­piert, dass sie nicht mehr nutz- und wie­der­her­stell­bar sind. Von dem Daten­un­fall betrof­fen ist ein gro­ßer Teil der Medi­en­da­tei­en wie Fotos, Vide­os und vor allem Musik­stücke, die zwi­schen 2003 und 2015 auf Myspace ver­öf­fent­licht wur­den.

Das ist für die Nut­zer und das Netz­werk glei­cher­ma­ßen ärger­lich. Zwar hat die 2003 gegrün­de­te Platt­form ihren Zenit längst über­schrit­ten und hat Gigan­ten wie Face­book mit ihren zuletzt noch rund 10 bis 15 Mil­lio­nen monat­lich akti­ven Nut­zern kaum noch etwas ent­ge­gen zu set­zen. Aber gera­de bei noch wenig bekann­ten Künst­lern und ins­be­son­de­re Musi­kern ist die Platt­form noch immer beliebt, um neue Wer­ke zu ver­öf­fent­li­chen und sich dar­über ein Publi­kum zu erschlie­ßen. Immer­hin war Myspace vor dem gro­ßen Auf­schwung von You­tube bis fast 2010 unan­ge­foch­te­ner Spit­zen­rei­ter für sol­che Zwecke. Manch ein Back­up-Fau­ler die­ser Musi­ker könn­te damit nun einen Teil sei­ner Wer­ke für immer ver­lo­ren haben. Und das Netz­werk selbst dürf­te durch den Repu­ta­ti­ons­ver­lust sei­nen eige­nen Nie­der­gang noch­mals beschleu­nigt haben.