Pres­se­mit­tei­lung des Lan­des­be­auf­trag­ten für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit Rhein­land-Pfalz vom 09.06.2020

In zahl­rei­chen Bran­chen müs­sen Betrie­be und Ein­rich­tun­gen in die­sen Wochen Infor­ma­tio­nen mit per­so­nen­be­zo­ge­nen Daten der Kun­den und Gäste sam­meln. Hier­zu erklärt Pro­fes­sor Die­ter Kugel­mann, Lan­des­be­auf­trag­ter für den Daten­schutz und die Infor­ma­ti­ons­frei­heit Rhein­land-Pfalz (LfDI): „Neben der daten­schutz­kon­for­men Erfas­sung gibt die Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung unmiss­ver­ständ­lich vor, dass die Gäste und Kun­den zum Zeit­punkt der Daten­er­he­bung infor­miert wer­den müs­sen. In vie­len Restau­rants und wei­te­ren Ein­rich­tun­gen bestehen hier­zu noch Defi­zi­te: Ent­we­der wird über­haupt nicht mit­ge­teilt, zu wel­chem Zweck Daten erho­ben wer­den. Oder es feh­len wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen – etwa der Name des Ver­ant­wort­li­chen des Betrie­bes, an den man sich bei Nach­fra­gen oder Beschwer­den wen­den kann. Gera­de weil in die­sen Wochen hun­dert­tau­sen­de Daten neu gesam­melt wer­den, ist ein trans­pa­ren­ter Umgang beson­ders wich­tig. Der­zeit fin­det in Deutsch­land die größ­te – durch tau­sen­de Ein­zel­un­ter­neh­men durch­ge­führ­te – Daten­sam­mel­ak­ti­on in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik statt: Die­se kann dau­er­haft nur auf Akzep­tanz sto­ßen, wenn Klar­heit und Trans­pa­renz groß geschrie­ben wer­den. Wer in ein Restau­rant, eine Knei­pe, zum Fri­seur oder ins Thea­ter geht, muss wis­sen, war­um er nament­lich erfasst wird.“

Nach den Anfor­de­run­gen der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (Art. 13 DS-GVO) müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen etwa in einem Restau­rant über Fol­gen­des infor­mie­ren: über Name und Kon­takt­da­ten des Ver­ant­wort­li­chen und ggf. eines Daten­schutz­be­auf­trag­ten, über Zweck und Rechts­grund­la­ge der Daten­ver­ar­bei­tung, über (mög­li­che) Emp­fän­ger der Daten, über die Dau­er der Spei­che­rung, über Betrof­fe­nen­rech­te und das Beschwer­de­recht bei einer Auf­sichts­be­hör­de sowie über die Fol­gen, wenn die Kon­takt­da­ten nicht ange­ge­ben wer­den. Die­se Infor­ma­tio­nen kön­nen gut ein­seh­bar auf Tischen aus­ge­legt oder im Ein­gangs­be­reich aus­ge­hängt wer­den. Auch kann auf dem Kon­takt­for­mu­lar, auf dem die Kun­den sich regi­strie­ren, infor­miert wer­den. Es soll­te über­dies ein Exem­plar zur Ver­fü­gung ste­hen, das der Gast oder Kun­de auf Wunsch mit­neh­men kann.

In vie­len Bran­chen besteht die Ver­pflich­tung zur Kon­takt­da­ten­er­fas­sung. Es müs­sen dem­nach in der Regel Name, Vor­na­me, Anschrift und Tele­fon­num­mer gesam­melt wer­den; die Auf­be­wah­rungs­frist für die Daten beträgt einen Monat. Danach sind die Daten grund­sätz­lich zu löschen, wenn nicht ande­re gesetz­li­che Auf­be­wah­rungs­fri­sten gel­ten. Das zustän­di­ge Gesund­heits­amt kann, soweit dies erfor­der­lich ist, bei den Betrie­ben Aus­kunft über die Kon­takt­da­ten ver­lan­gen. Eine Ver­ar­bei­tung der Daten zu ande­ren Zwecken ist nicht zuläs­sig.

Der LfDI hat zur Infor­ma­ti­on der Ver­ant­wort­li­chen in den Betrie­ben, die die Daten sam­meln müs­sen, ein Merk­blatt zusam­men­ge­stellt (sie­he Anhang). Zudem hat der LfDI auf sei­ner Inter­net­sei­te unter www​.daten​schutz​.rlp​.de/​d​e​/​t​h​e​m​e​n​f​e​l​d​e​r​-​t​h​e​m​e​n​/​c​o​r​o​n​a​-​d​a​t​e​n​s​c​h​u​tz/ Infor­ma­tio­nen zusam­men­ge­fasst zu: „Was ist bei der Erfas­sung von Kon­takt­da­ten daten­schutz­recht­lich zu beach­ten ist?“. Dort befin­det sich auch eine Muster­in­for­ma­ti­on.