Mit Ulrich Kel­ber als Nach­fol­ger von Andrea Voß­hoff wur­de erst­mals ein Infor­ma­ti­ker in das Amt des Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten gewählt. Er erhielt 444 Stim­men bei 176 Gegen­stim­men und 37 Ent­hal­tun­gen, damit mehr Stim­men als zur Wahl erfor­der­lich waren (355), auch mehr Stim­men als SPD und CDU zusam­men im Bun­des­tag haben (398).

Der neue Lei­ter der Daten­schutz­be­hör­de sitzt seit dem Jahr 2000 für die SPD im Bun­des­tag. Unter ande­rem war er in die­ser Zeit als par­la­men­ta­ri­scher Staats­se­kre­tär für Ver­brau­cher­schutz, Miet­recht und Digi­ta­les zustän­dig, zudem ver­fügt er über rund zehn Jah­re Berufs­er­fah­rung im IT-Bereich. Er dürf­te damit deut­lich mehr Fach­kennt­nis mit­brin­gen als sei­ne viel­fach kri­ti­sier­te Vor­gän­ge­rin Andrea Voß­hoff.

Bei den daten­schutz­re­le­van­ten Abstim­mun­gen der letz­ten Jah­re trat er nicht durch­ge­hend für maxi­ma­len Daten­schutz ein. Auch wenn er, ent­ge­gen der Par­tei­li­nie, gegen Maß­nah­men wie die Online-Durch­su­chung war, stimm­te er bei­spiels­wei­se 2015 mit der SPD für eine Wie­der­ein­füh­rung der (nun vor­erst wie­der aus­ge­setz­ten) Vor­rats­da­ten­spei­che­rung.