Die Ein­füh­rung der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung geht mit einer bewuss­ten Stär­kung der Betrof­fe­nen­rech­te ein­her. „Ein uni­ons­wei­ter wirk­sa­mer Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten erfor­dert die Stär­kung und prä­zi­se Fest­le­gung der Rech­te der betrof­fe­nen Per­so­nen“ heißt es daher aus­drück­lich in Erwä­gungs­grund (Erw­Gr) Nr. 11. Haupt­pfei­ler der neu­en Betrof­fe­nen­rech­te sind neben dem stren­ge­ren Haf­tungs­re­gime und den neu ein­ge­führ­ten Ein­zel­an­sprü­chen vor allem die aus­ge­wei­te­ten Trans­pa­renz­pflich­ten bei der Daten­ver­ar­bei­tung. Art. 13 DS-GVO wid­met sich den Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bei der Direkt­er­he­bung, Art. 14 ist das Pen­dant bei Erhe­bung von Daten bei Drit­ten. Die betrof­fe­ne Per­son soll die Infor­ma­tio­nen in prä­zi­ser, trans­pa­ren­ter, ver­ständ­li­cher und leicht zugäng­li­cher Form in einer kla­ren und ein­fa­chen Spra­che erhal­ten (Art. 12 Abs. 1 Satz 1 DS-GVO) und dies stets unent­gelt­lich (Art. 12 Abs. 5). Am 11. April 2018 ver­ab­schie­de­te die Arti­kel-29-Daten­schutz­grup­pe ihr WP 260 zu den Trans­pa­renz­re­geln der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DS-GVO).

Die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bil­den die Basis für die Aus­übung der Betrof­fe­nen­rech­te (ins­be­son­de­re der Art. 15 ff. DS-GVO). Nur wenn die betrof­fe­ne Per­son weiß, dass per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten über sie ver­ar­bei­tet wer­den, kann sie die­se Rech­te auch aus­üben. Die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten gemäß der DS-GVO gehen daher weit über die bis­he­ri­ge Rechts­la­ge hin­aus und müs­sen beach­tet wer­den, sofern kei­ne Aus­nah­me­vor­schrif­ten grei­fen. Die Daten­schutz­kon­fe­renz hat in Form des Kurz­pa­piers Nr. 10
„Infor­ma­ti­ons­pflich­ten bei Dritt- und Direkt­er­he­bung“ bereits erste wei­ter­ge­hen­de Aus­füh­run­gen zu die­sem The­ma ver­öf­fent­licht.

Aktu­ell hat auch die Lan­des­be­auf­trag­te für den Daten­schutz und für das Recht auf Akten­ein­sicht Bran­den­burg (LDA Bran­den­burg) eine Ori­en­tie­rungs­hil­fe mit dem Titel „Wie erfül­le ich als Ver­ant­wort­li­cher mei­ne Infor­ma­ti­ons­pflich­ten? Recht­li­che Anfor­de­run­gen unter der DS-GVO“ ver­öf­fent­licht. Dar­in geht die LDA Bran­den­burg fol­gen­den Fra­gen nach:

1. Was muss ich als Ver­ant­wort­li­cher tun, um die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten aus Art. 13 und 14 Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DS-
GVO) zu erfül­len?
2. Muss ich die betrof­fe­ne Per­son schrift­lich infor­mie­ren oder reicht ein Ver­weis auf mei­ne Web­sei­te, auf der ich die Infor­ma­tio­nen bereit­stel­le?
3. Muss ich nach­wei­sen, dass ich die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten erfüllt habe?
4. Wer muss die Infor­ma­ti­ons­pflich­ten erfül­len, wenn es sich um gemein­sa­me Ver­ant­wort­li­che i. S. d. Art. 26 DS-GVO han­delt?
5. Spe­zi­el­le Fall­grup­pen

Abge­run­det wer­den die ein­zel­nen Fra­gen mit pas­sen­den Pra­xis­bei­spie­len.

Quel­le: LDA Bran­den­burg